BHKW mit Absorptionskälte verbunden mit einem Druckluftheizkraftwerk

Andechser Molkerei Scheitz GmbH | AGO GmbH

Die Andechser Bio-Molkerei konnte durch ein Blockheizkraftwerk mit Absorptionskälteanlage und ein Druckluftheizkraftwerk ihre CO2 Emissionen reduzieren. Die Technologie einer Tieftemperatur-Absorptionskälteanlage mit adiabater Rückkühlung wurde als Demonstrationsvorhaben durch das Bayrische Wirtschaftsministerium gefördert.

Energiezentrale mit Kamin BHKW links und 2 Kessel

Beteiligte Unternehmen

Andechser Molkerei Scheitz GmbH

Projektstandort

Bayern

Branche

Bio-Molkerei

Eingesetzte Technologien

KWKK (1 MWel + 392 kW Sattdampf), Absorptionskälteanlage (431 kW) mit adiabatem Rückkühlsystem, Druckluftheizkraftwerk (DHKW), WRG, Schichtspeicher (120 m³), Eisspeichersilo für Spitzen bei der Kälteerzeugung

Energieeffizienz

Einsparung des Primärnergieverbrauchs 31%

CO2 Einsparung

1.846 t CO2e/a

Weiterer Umweltschutzeffekt

Trinkwassereinsparung von 25.000 m³/Jahr

Investitionen

2.385.000 €

Amortisationszeit

2,1 Jahre

Förderprogramme

Die Tieftemperatur-Absorptionskälteanlage mit adiabater Rückkühlung wurde als Demonstrationsvorhaben durch das Bayerische Wirtschaftsministerium gefördert

 

Die Andechser Molkerei Scheitz GmbH betreibt eine Bio-Molkerei in Andechs (Bayern). Ursprünglich wurde Strom zu 100 % aus dem öffentlichen Versorgungsnetz bezogen. Die Dampferzeugung erfolgte über Dampfkessel, die Kälteerzeugung über Kolbenverdichter und Drucklufterzeugung über Schraubenverdichter ohne Wärmerückgewinnung.

Seit 2020 werden in der Molkerei mit Unterstützung der AGO GmbH ein BHKW mit Absorptionskälteanlage und ein Druckluftheizkraftwerk eingesetzt. Die Anlagen sind untereinander eng verzahnt und die Abwärme wird voll genutzt, um eine größtmögliche Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emission zu erreichen. So wird das Abgas aus dem BHKW mit einer Temperatur von 413°C für die Dampferzeugung genutzt. Das Abgas wird vor der Einleitung in den Kessel über einen Oxydationskatalysator gereinigt. Um die verschärften Emissionsanforderungen ab 2025 erfüllen zu können, sind bereits jetzt das Gehäuse und der Einbauplatz für die Abgasreinigung mithilfe des dann notwendigen SCR-Katalysators vorgesehen. Das Heißwasser aus der Motorkühlung wird über einen zweiten Abgaswärmetauscher nacherhitzt. Mit dieser Heizleistung wird in der Absorptionskälteanlage Kälte erzeugt. Das nicht für die Absorptionskälteanlage genutzte Warmwasser aus der Kühlung des Gemischgaskühler mit nur 60°C wird in den Wärmetauschern eines Druckluftheizkraftwerkes (DHKW) auf über 90 °C nacherhitzt. Mit dieser Temperatur ist das Heißwasser für die Joghurterhitzung einsetzbar und kompensiert damit die bisherige Heißwasserbereitung durch Dampf. Durch die Absorptionskälteanlage der Kraftwärmekälteanlage (KWKK Anlage) wird der Stromverbrauch für die Kälteerzeugung reduziert. Für die Rückkühlung des Kältemittels in der Absorptionskälteanlage werden trockene adiabate Rückkühlsysteme eingesetzt. Spitzen bei der Kälteerzeugung werden in Eisspeichersilos gesammelt.

Absorptionskälteanlage und Andechser Molkerei Scheitz Team

Übertragbarkeit

Eine Übertragbarkeit des Projekts ist prinzipiell in der Lebensmittelindustrie gut möglich, insbesondere Molkereien, Brauereien, Fleischverarbeitung und Kühllagern.

Energy Efficiency Award 2021

Preisträger 2021

Rund 130 Bewerbungen aus Deutschland und der ganzen Welt: der Energy Efficiency Award ist auch 2021 wieder eine begehrte Auszeichnung im Kontext… mehr lesen

Nominierte 2021

Im September 2021 hat die Expertenjury des EEA getagt und 17 Projekte für den diesjährigen EEA nominiert, darunter zwei KMU. Aus diesen Nominierten… mehr lesen